Nicole Pfaller-Sadovsky, PhD BSc (Hons) MSc

ZUR PERSON:

Nicole Pfaller-Sadovsky, PhD (1981) lebt seit 1994 mit Hunden und widmet sich seit 2003 dem tierwohlzentrierten Hundetraining auf Basis positiver Verstärkung. Seit 2008 arbeitet sie professionell als Hundetrainerin mit Schwerpunkt Verhaltensberatung und Dummytraining.

Sie ist promovierte Verhaltensanalystin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni Vienna mit Tätigkeit im Bereich der Prüf- & Koordinierungsstelle. In ihrer Forschung am Messerli Institut beschäftigt sie sich insbesondere mit marginalisierten Tierhalter:innen sowie der evidenzbasierten Einschätzung von Tierwohl. Zudem lehrt sie Angewandte Ethologie im Masterstudiengang Applied Animal Behavior and Welfare an der Virginia Tech (USA) und forscht als Gastwissenschaftlerin an der Queen’s University Belfast zur Mensch-Hund-Beziehung aus verhaltensanalytischer Perspektive.

Workshop:

Die „five domains“, was ist das?

Das Modell der „five domains“ stellt eine Weiterentwicklung des Modells der „five freedoms“ dar. Dieses konzentriert sich auf der Vermeidung von negativen Zuständen wie Hunger, Unbehagen, Schmerz, Angst und Stress.

Die five domains hingegen bezieht positive Erfahrungen ein und bewertet das Wohlbefinden auf Basis von vier physischen/funktionellen Domänen – Ernährung, Umwelt, Gesundheit und Verhalten – sowie einer fünften Domäne für den psychischen Zustand eines Tieres, diese wiederum wird von den ersten vier Domänen beeinflusst. Dieser Ansatz zielt darauf ab, sowohl negative als auch positive Erfahrungen zu bewerten, um ein umfassenderes Bild des subjektiven Wohlbefindens des Tieres zu erhalten.

Ernährung; dieser Bereich beurteilt, ob das Tier Zugang zu ausreichendem und sauberem Futter und Wasser hat.

Umwelt; dieser Bereich betrachtet die physische Umgebung und stellt sicher, dass das Tier über eine sichere Unterkunft, Schatten, Schutz und ausreichend Platz verfügt, um sich frei zu bewegen und natürliche Verhaltensweisen auszuleben.

Gesundheit; dieser Bereich umfasst die körperliche Gesundheit des Tieres, einschließlich präventiver und routinemäßiger tierärztlicher Versorgung.

Verhalten; dieser Bereich untersucht, wie ein Tier mit seiner Umwelt und anderen Tieren interagieren kann, wobei der Fokus auf Möglichkeiten für natürliche Verhaltensweisen und der Vermeidung von einschränkender Haltung liegt.

Mentaler Zustand; dieser Bereich repräsentiert die subjektive Erfahrung des Tieres, einschließlich seiner Gefühle von Freude, Angst, Frustration, Hunger oder Zufriedenheit. Er wird von den Bedingungen in den anderen vier Bereichen beeinflusst.